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Dezember 2008

Kurze Momentaufnahme:
(Das Centro de Salud verfolgt mich immer noch… oder verfolge ich es??)

Die pure Ironie: 5 ÄRZTE sitzen auf der Bank vor dem Krankenhaus, vier weitere Personen hängen im Sekretariat ab – wohlgemerkt mit laufender Musik und scheinbar amüsanten Gesprächsthemen- während sich -mich eingeschlossen- eine Schlange von ca. 20 Frauen, schwanger oder mit Kleinkind, ansammelt um eine Nummer zu ziehen.
Indes erscheint mit gehöriger Verspätung ein genervter Beamter, scheinbar der einzige Herr im Chaos der Karteikarten. Eine Frau vor mir teilt ihm ihre Karteikartennummer mit, und es passiert das schier Undenkbare:

Er findet die Karteikarte nicht.

Aber das ist ja kein Problem, man kann ja eine neue erstellen!! (Anm. d. Red. Nur das Genie beherrscht das Chaos)


So, ich würde gerne meinen Gruß aus der Ferne mit einer kleinen Diskussion beginnen, die bei uns vor ein paar Tagen am Tisch aufkam:

Stand das Haus, in dem wir wohnen, schon zu Zeiten von Adam und Eva?

Eins der Mädels ist der festen Überzeugung, die sie mit einem „Clarooooo que siiiiiiiiii“ laut kund tut.
Bis…
……. die Schwester sie eines Besseren belehrt: Ach quatsch, zu der Zeit war doch alles ein großer Garten!

:D

Der Monat Dezember hat mir wieder einige ereignisvolle Tage beschert, und obwohl die herkömmliche Weihnachtsstimmung eher karg ausfiel (ein paar verkrüppelte Plastikweihnachtsbäumchen, einige Lichterketten und jede Menge Kitsch), kehrt eeeeendlich ein bisschen Weihnachtsstimmung ein!
Wir haben das Haus ein bisschen geschmückt, und obwohl die Temperaturen meistens nicht mehr unter 30 Grad bleiben, und mancher europäische Weihnachsbrauch etwas lächerlich erscheint, hat sich hier eine schöne Stimmung ausgebreitet.

Am 13. Dezember
hatte ich die Möglichkeit bei einer Geschenkekarawane mitzufahren, die über Wochen gesammelte und gespendete Geschenke von Firmen und Privatleuten an die verschiedenen Kinderheime in ganz Asunción verteilt. Es war sehr interessant, hier einmal in andere Kinderheime reinzuschauen und vielleicht auch festzustellen, dass es unserem Heim hier sehr gut geht. Die meisten Heime waren auch auf ihre Art schön, aber, naja… paraguayisch eben. Weiß nicht so genau, wie ich es anders sagen soll.
Trotz schier unerträglichen Temperaturen haben sich sogar ein paar Leute der Aktion in ein Weihnachtsmann-Outfit gezwängt, es soll ja schließlich schon professionell und authentisch rüberkommen!
Die meisten Kinder waren kleiner, und es gab total süße Gesichter mit dabei, und wie sich einige über die Geschenke gefreut haben! Das war ein sehr schönes Erlebnis.
Als kleine Erinnerung habe ich mir dann noch einen netten Sonnenbrand mitgenommen (selber Schuld auf dem offenen Pick-Up)


Reisen:

Da ich alle 3 Monate mein Visum erneuern muss, hatte ich Mitte Dezember die großartige Gelegenheit ins Nachbarland auszureisen. In Paraguay macht man sich immer über den spanischen Akzent der Argentinier lustig, und ansonsten sind sie auch nicht so beliebt hier, weil sie anscheinend ziemlich arrogant sind.
Tja, vor meiner Ausreise wusste ich leider nicht viel mehr über dieses Land und ich bin absolut bereit, diese Vorurteile zu widerlegen! Das Land ist wunderbar und atemberaubend schön!
Aber mal von vorne: Los gings mit Isa zusammen von Asunción zur Grenze, wo wir erst mal äußert unfreundlich ausgewiesen wurden: „ 72 horas fuera de Paraguay!!!“ (72 Stunde raus aus Paraguay!..) Man ist das von Europa mit Grenzproblemen ja nicht mehr so gewöhnt.
In Argentinien ging es dann mit einem relativ komfortablen Reisebus ca. 17 Stunden in den Nordwesten nach Jujuy zu Julia und Katy!
Unsere erste witzige Begegnung mit dem wirklich amüsanten aber irgendwie goldigem Akzent der Argentinier, waren zwei Polizen, die unseren Pass kontrollieren wollten.
Es hatte gerade angefangen zu regnen und sie meinten „mucha lluvia“ (viel Regen) und wir verstanden „mucha rubia“ (viele Blonde, eher einer Anmache nahe) bis wir nach 10 Minuten nachsinnen hinter die wahre Bedeutung kamen. (ersteres )


Nach ungefähr 17 Stunden Fahrt und 4 lautstarken Filmen, wobei die Filmauswahl mit jedem Film geschmackloser wurde (für die Rückfahrt haben wir uns dann was anderes einfallen lassen Stichwort: Weltverbesserer) kamen wir endlich in Jujuy an – was für eine angenehme frische Brise wehte um meine Nase, als ich den Bus verließ!
Eigentlich regnet es gerade dort in der Sommerzeit – also jetzt- ziemlich viel, aber wir hatten natürlich aus Asunción die Sonne im Gepäck!


Argentinien ist schon weitaus mehr entwickelt, als andere Länder in Südamerika (besonders im Vergleich zu Paraguay): man fühlt sich teilweise schon fast wie in Europa.
Jujuy hatte eine schöne Fußgängerzone, einen genialen Buchladen, gepflegte und renovierte Kolonialgebäude und Kirchen und nicht alle fünf Meter riesengroße Schlaglöcher in der Straße. Man hat einfach das Gefühl, dass (obwohl sicher auch noch viel Armut existiert) hier der Funken „Kultur“ übergesprungen ist, so was vermisst man schon mal in Paraguay. (Leider!)
Hier zeigt sich die beste Seite Lateinamerikas: buntes, reges, fröhliches Treiben in gepflegtem Ambiente.
Genug dazu, eigentlich möchte ich nicht später für Reisekataloge schreiben müssen, ich versuche nur meine Gefühlsregungen möglichst anschaulich darzulegen.
Ähm ja, Themawechsel:
Dankbarerweise wurden wir bei Julia im Studentinnenheim einquartiert und haben dort gleich die ungefähr 22-fache argentinische Frauenpower kennen gelernt.

Jujuy und Umgebung:
Der Nordwesten Argentiniens hat ein faszinierendes und wunderschönes Stück Natur zu bieten, und das obwohl es extrem karg ist und hier eigentlich außer Kakteen nicht so viel wächst. Gemeinsam haben wir die Gegend erkundet, waren in dem kleinen Bergdörfchen (so stelle ich mir die Anden vor, sind sie wohl aber noch nicht ) Purmamarca, das von Bergen umgeben ist, die je nachdem wie die Sonne draufscheint, in allen erdenklichen Farben aufleuchten.
Das Dörfchen lebt vom Verkauf von farbenfrohen Stoffsachen aller Art, die aber weniger argentinischen Ursprung haben, sondern eher aus Bolivien herkommen, aber trotzdem zum Flair des Dorfs passen.
Mit einem Führer sind wir dann von dort aus weiter Richtung chilenische Grenze gefahren, und zwar zu einer Art Salzwüste, die mit ihrer Weite einfach nur überwältigend wirkt.
Ganz zu schweigen von der Fahrt an sich, die uns bis über 4000 Meter hoch durch die Berge führte und fast schon unwirklich schöne Blicke trotz karger Landschaft freigab.

Den anderen Tag haben wir für einen Stadtausflug nach Salta genutzt, und das erste Stichwort, das mir dazu einfällt: C&A!!! Nein, nicht, dass ich shoppingsüchtig wäre, diese Ader verkümmert bei mir nur leider etwas im geliebten Paraguay, da dort meiner Meinung nach nicht die beste Ware importiert wird.. oder die Menschen einfach einen extrem schlechten Geschmack haben.
Ja, seht her, so schnell kann man mich in der Ferne glücklich machen :D natürlich gab es außer dieser angenehmen Überraschung auch noch einige andere Dinge zu sehen: eine gut erhaltene Innenstadt mit wunderschönen Gebäuden, einen schönen Park und einen tollen Aussichtsberg, den man mit einer Gondel (made ein Switzerland) hochfahren konnte.
Laufen konnte man auch, aber man muss ja verhindern total abgemagert wieder in Paraguay anzukommen
Abends hatten wir die Möglichkeit mit Julia in ihrem Projekt einen tollen Geburtstag von ihrer Chefin mit zu feiern, das heißt: Essen Tanzen!
Julia arbeitet direkt neben dem Studentenheim in einem Projekt für junge Mütter, die mit ihren kleinen Kindern für eine Zeit dort wohnen dürfen. Die Vergangenheitsgeschichten sind auch hier oft erschütternd oder traurig.
Geschockt hat mich ein bisschen, dass die Jüngste mit 11 Jahren ihr Kind bekommen hat.

Rückweg:
Leider haben Isa und ich durch die Fahrt einige Verluste zu melden (abgefärbte Verpeiltheit??): eine tolle Tereré-Termo aus Leder (und das obwohl wir schon auf der Straße angesprochen wurden, wo man dieses Prachtstück denn kaufen kann – man kann stolz auf Paraguay sein:D), einen Silberring und eine Bibel.
Ach und nicht zu vergessen, die Weltverbesserergeschichte:
Den Film, den wir dem Busfahrer angeboten haben, um nach zwei furchtbaren Filmen auf der Rückfahrt Schlimmeres zu vermeiden, haben wir auch gleich im Bus gelassen.
Tja und wenn man nicht dringend darum bittet, bekommt man natürlich nichts zurück..
Auf der Rückfahrt haben wir noch mal Bekanntschaft mit argentinische Polizisten gemacht: wir wurden mittendrin angehalten, all mussten aus dem Bus aussteigen samt Taschen und das ganze Gepäck musste ausgeladen werden und wurde durchsucht. Ich meine den Busfahrer nacher geflucht haben zu hören…

Kinderheim: (wo ich ja durchaus die meiste Zeit verbinge..)
Mit den Mädels meister ich den Ferienalltag immer wieder aufs Neue, und es macht mir meistens (außer Zicken oder sonstige „Ausfälle“) großen Spaß.
Manchmal ist es wirklich nicht so einfach, ich bete oft für viiiel Geduld, aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben…!
Wir machen auch am Wochenende manchmal Ausflüge, zum Beispiel an den Rio Paraguay hier in der Stadt, in den ich aber nicht mehr reingehe, seit ich in dem Armenviertel war und gesehen habe, was da so alles reingeschwemmt wird.
Hier in Asunción gibt es auch einen Aussichtsberg, die scheinbar einzigste Erhebung hier weit und breit und man kann dort toll den Sonnenuntergang genießen.
Nebenbei renovieren wir ein bisschen das Haus und haben neulich das Zimmer von Ana und Shirley gestrichen.
Zwischendrin bleibt auch noch gut Zeit sich hinzusetzen und die Hitze über sich ergehen zu lassen, auch wenn es die deutsche Mentalität einem schwer macht eine ganz paraguayische Siesta von mittags zwölf bis abends fünf einzulegen.. :D

Weihnachten:

Der 24.12 war hier ein total schöner Tag: wir haben erst noch aufgeräumt und das Haus hergerichtet und ich habe zusammen mit den Mädels ein paar Sachen zum Vorführen eingeübt: ein Gedicht, einen Tanz und ein kleines Theaterstück. Eigentlich schenkt man sich hier erst Geschenke am 6. Januar, aber da wir ja ein deutsch-paraguayischer Haushalt sind, haben wir auch ein bisschen die deutsche Kultur mit ins Programm aufgenommen!
Ein bisschen Singen, die Weihnachtsgeschichte lesen und ein paar Geschenke verteilen!
Wie sehr man sich hier über ein paar tolle Süßigkeiten freut!!
Abends haben wir zusammen mit einer paraguayischen befreundetet Familie ganz traditionell den Grill angeschmissen und uns die Bäuche voll gehauen.
Nachts wird hier wie an Silverster geböllert, für so was gibt man hier scheinbar auch gerne Geld aus und ausnahmsweise können es da die Leute hier (oder wahrscheinlich eher die Kids) kaum erwarten bis es Mitternacht ist, es knallt nämlich schon vorher andauernd und überall. Dafür hört der Spuk dann schon um Zehn nach Zwölf auf, weil – meinen Spekulationen nach- die Böller leer sind.
Später sind dann noch ich und mein voller Bauch und ein paar Freunde in die Disko, um die besondere Gunst der Stunde zu nutzen und es anderen paraguayischen Jugendlichen gleich zu tun. Schön wars!

Tja, da ich es ja mit meinem Eintrag knapp an Weihnachten vorbeigeschlittert bin, wünsche ich euch ein tolles Silvester und ein ereignisreiches Jahr 2009! In ein paar Tagen kann ich also sagen, dass wir uns dieses Jahr wiedersehen. Ja, die Zeit vergeht und wir werden alle nicht jünger.

Die üblichen, nach Bewerbung klingenden Schlusssätze im Bezug auf Kontakt und Berichterstattung spare ich mir dieses Mal, ihr wisst ja über was ich mich freue


Das Allerbeste für euch!

Rahel
27.12.08 20:57


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November 2008 **mit paraguyischer Gemütlichkeit verfasst**

Viel Neues erlebt und viel zu wenig geschrieben… so irgendwie waren wir doch stehengeblieben?

Ich würde sagen, ich kann daran nahtlos anknüpfen und werde versuchen die Odysee so spannend wie möglich zu gestalten

Am Allerbesten fange ich damit an zu erwähnen wie glücklich (ich mache schon Jauchzer) ich bin, eine deutsche Krankenversicherung zu haben! Klingt komisch, is es aber nicht.
Die Kinder sollten mal wieder zum Zahnarzt gehen und sich durchchecken lassen und zwar in einem sogenannten „Centro de Salud“ (Gesundheitszentrum schimpft sich das Haus, das aussieht wie ein.. Schweinestall??). Das sind öffentliche Anlaufstellen für Leute ohne Versicherung und die Behandlung ist größtenteils auch kostenlos. Der Haken an der Sache ist: die Leute scheinen hier alle viel zu viel Zeit und Null Plan zu haben. Man kommt also erst mal nur, um eine Nummer zu ziehn – genau! Wie an der Fleischtheke, nur ein bisschen unkoordinierter- und eineinhalb Stunden später kommt der Arzt (aber die Nummer muss unbedingt schon davor gezogen werden!) und man muss warten, bis man dran kommt. Die Zahnärztin ist wirklich sehr nett, ich kenne sie mittlerweile auch schon ganz gut! Der Grund dafür ist, dass man pro Behandlung nur ein Zahn behandelt werden darf und da die Kinder leider an mehreren Stellen Karies haben, tigere ich seit Wochen jeden Dienstag und Freitag in meine neue Pilgerstätte.
Extrem aufgefallen sind mir auch dort die wartenden jungen Mütter, die da alle rumhocken! Ich tippe auf ein Alter von 14-15 Jahren…

Mittlerweile ist es hier extrem heiß geworden, und es kühlt leider auch immer selten abends ab, neulich saß ich mit Shirley draußen bei nem „Terere“, es war vielleicht 22 Uhr und noch 37 Grad. Es freut mich immer wieder aufs Neue, wenn die Leute hier verkündigen, dass das ja noch gar nicht der richtige Sommer ist! Naja, ich setze alle meine Karten darauf, dass ich mich schnell dran gewöhne, ansonsten bleibt mir dann noch der Platz in der Dusche oder der Gartenschlauch
Durch die Wetterverhältnisse spürt man, oder zumindest ich, von „Weihnachten“ leider herzlich wenig bis auf ner Menge Kitsch und ein paar beleuchteter Palmen…

Besuch und auf und davon:

Vor ein paar Wochen hatte ich die Ehre Besuch von Julia und Katy aus Argentinien zu empfangen, und der Rückbesuch wird wahrscheinlich noch im Dezember stattfinden, weil ich wegen meinem Visum auf jeden Fall ausreisen muss und dass dann schön verbinden werde! Wir hatten hier ein par sehr schöne Tage, sind durch Asunción gestreift, waren in einem wunderschönen Cafe direkt vor dem Nationalpalast und haben es uns gut gehen lassen.
Außerdem war ich mit Lea und Anne (siehe Blogliste) Anfang November für ein paar Tage im Chaco im Norden Paraguays. Das war ein sehr interessantes und krasses Erlebnis. Der Chaco an sich ist eine sehr trockene und fast wüstenartige Region und es gibt dort (fast) nichts bis auf ein paar Sträucher, Kakteen, jede Menge Rinder… und Mennonitenkolonien.
Sie sind vor 80 Jahren aus Russland geflüchtet und kamen ursprünglich aus Holland/Deutschland und haben Zuflucht in Kanada und Paraguay gefunden. Zu jener Zeit war der Chaco nur von Indianern besiedelt und sie mussten sich alles neu aufbauen. Heute produzieren sie einen großen Teil der Milch für Paraguay und haben wirtschaftlich – so sagt man- die Fäden in der Hand. Alle Paraguayer sagen, sie wären so fleißig und würden so viel arbeiten hihi, man könnte es auch andersrum auslegen :D

Die Kolonien sind krass, ein echter Saat im Staat: lauter blonde, große Menschen fahren mit den Fahrrädern durch die Gegend, es gibt einen deutschen Bücherladen und alle Mennoniten sprechen Platt- und normales Deutsch, da sie es auch noch in den Privatschulen lernen. Die Kolonien haben eigene Versicherungen, ein Top ausgestattetes Krankenhaus, Apotheke, gute Straßen usw.
Wir hatten eine sehr nette Begegnung mit der Chefin vom Hotel, wo wir übernachtet waren, und alle waren insgesamt total freundlich und zuvorkommend. Für die meisten Mennoniten arbeiten irgendwelche Indianer und im Gegenzug bekommen sie die Versicherung der Menonniten, Hilfe im Aufbau bei ihren Häusern und wurden von ihnen evangelisiert. Was man auch so gesehn hat, sah das nicht so nach einem Ausbeuteschema aus. Leider hatten wir nur 2 Tage Zeit, und doch haben wir eine Menge gesehen, wir waren in einem Museum von dort, auf einer Rinderfarm und haben die Kolonien zu Fuß erkundigt (Die Hauptstraße heißt Avenida Hindenburg :D)
***Danke Lea für die tolle Zeit, obwohl wir uns am Schluss leider nicht mehr gesehen haben!***

Letzte Woche war ich mit zwei anderen Volontären hier in Asunción in dem Armenviertel direkt an der Müllkippe und wir haben an einer Essensausgabe von den Jesuiten mitgeholfen. Es fällt mir ein bisschen schwer, dieses Erlebnis zu beschreiben.. Bis auf den Gestank wirkte es teilweise schon fast mit einigen grünen Pflanzen idyllisch und de Leute versuchen das Beste draus zu machen, obwohl die Lebensqualität schon sehr schlecht ist. Viele arbeiten eben auf der Müllkippe und suchen Plastikflaschen, die sie weiterverkaufen können und so. Die Müllkippe ist riesengroß und dass auf diese Zone von dem Stadtplan als Wasserlagune eingezeichnet ist, spricht für sich.
Ich würde dort gerne mal noch öfter mithelfen, muss mal schauen, was sich da ergibt.. es ist eben nicht so einfach, weil ich denke, dass es sinnvoll ist, sich einem Projekt ganz zu widmen, aber wenn man sieht, wie nötig es dort die Menschen haben…


Alltag:
Die Mädels haben seit dieser Woche für die nächsten drei Monate (!) Ferien, und es ist gerade nicht so stressig, weil man sich nicht mehr um die ganzen Schulfahrten kümmern muss! Wir streichen gerade das Zimmer von Ana und Shirley, das furchtbar aussah und es mal dringend nötig hatte! Ansonsten wollen wir mit den Kindern auch mal ein paar Tagesausflüge machen, und ich spiele, bastle und male gerade einiges mit den Kindern, ansonsten gibt es auch immer was zu tun.. Mittlerweile ist Gott sei dank das Moskitonetz für mein Zimmer fertig gebaut!! Eigentlich möchte ich ja nicht mit Denguefieber hier im Krankenhaus landen…

Dieses Wochenende war ich alleine mit Shirley, weil die anderen Beiden auf einem Camp von der Kirche waren und Julia und Matthias an die Iguazuwasserfälle gefahren sind. Ich hatte hier eine gute Zeit mit den Beiden, wir waren in der Kirche, haben zusammen gekocht und gechillt bei nem eiskalten Terere- wie schon erwähnt bei diesen Temperaturen ein lebensnotweniges Utensil.
Beim Blumen gießen haben wir uns mehr selber als die Pflanzen gegossen und unser geiler Hund Trixie hat immer versucht den Wasserstrahl zu fangen.. seeehr amüsant! Wir hatten alle unseren Spaß…
Im Großen und Ganzen klappt es gut mit den Kindern, es ist oft schwierig sich auch mit ihnen auseinanderzusetzen und sehr oft nervenauftreibend aber man lernt sie schon auch einfach zu lieben! Ich denke schon, dass es eine sehr große Bereicherung für mich ist, nicht nur in Sachen Geduld…

Neuerdings mache ich (endlich!!) immer samstags einen Portugiesisch-Kurs und es macht mir total viel Spaß! Die Lehrerin ist Brasilianerin und obwohl ich das Gefühl habe, dass ich mir noch die Zunge beim Reden verdrehe weil die im Portugiesischen schon so ein paar komische Buchstaben haben, ist es wirklich eine tolle Sache!

Freunde:
Ich habe hier schon sehr nette Leute gefunden, darunter ein paar Paraguayer und die Üblichen Verdächtigen –Isa und andere Volontäre- und wir unternehmen öfter was gemeinsam und gehen abends weg und es ist toll, sich einfach auszutauschen zu können und Spaß zu haben :D
Wir haben neulich hier einer paraguayischen befreundeten Familie deutsch gekocht, ich habe den Apfelkuchen gesponsert und danach haben wir noch ein schönes Bierchen getrunken..

Ach ja, zum Schluss noch ein Beispiel paraguayischen Wahnsinns und Unfähigkeit hahaaha

Irgendwie konnte uns keiner mehr auf unserem Telefon erreichen, also haben wir bei der Telefongesellschaft angerufen, die uns dann mitgeteilt hat, dass wegen technischer Ungereimtheiten unsere Nummer geändert wurde. Aber das wurde ja in der Zeitung annonciert, warum wir das denn nicht mitbekommen hätten???

Naja, meine neue Hausnummer: 00595 21535200 :D

Nun lass von euch hören!

Eure Rahel

P.s. Fotos sind hochgeladen!
3.12.08 03:02


Zeit für einen neuen Eintrag..

Tja, eigentlich wollte ich damit anfangen, euch zu berichten wie heiß es hier geworden ist, dass man am liebsten 5 Mal am Tag kalt duschen würde und wenn man in die Klamotten schlüpft, das Gefühl hat, in heißen Stoff zu steigen. Das Wetter seit gestern hat mir einen Stich durch die Rechnung gemacht und jetzt sitze ich hier wieder mit Sweatjacke und langer Hose!
Am letzten Donnerstag hat sich innerhalb einer halben Stunde der ganze Himmel geöffnet und sein Bestes
gegeben. Just in dieser Zeit bin ich mit Matthias auf den Straßen gewesen um die Mädels abzuholen.
Dank nicht vorhandener Kanalisation verwandeln sich die Straßen in Asuncion in reißende Schlammflüsse, die jede Menge mit sich bringen: Autoreifen, kleine und auch größere Steine, Müll etc.
Ich bin mit dem Auto mehr geschwommen, als gefahren. Soviel zu Aquaplaning :D Du siehst einfach die Straßen vor lauter Wasser nicht mehr – haha
Zum Leidwesen aller Beteiligten hatte ich meine Kamera leider nicht griffbereit…

Auto fahren:
ja ich fahr so nen dicken Nissan - durch Wald und Wiesen an riesigen Lastern vorbei (so schnell wie möglich hab immer Angst, dass denen mal was runterfällt und zwar auf MEINE Scheibe), und immer auf die Motos achten die sich ohne jegliche Rücksicht durch den Verkehr drängeln. Am meisten Angst hab ich, dass ich mal nen Fußgänger oder n Motofahrer mit dem Schiff umniete aber ich geb mein Bestes… da das Auto zum Glück Automatik hat, kann man sich besser auf die Straße konzentrieren. Leider funktioniert der linke Blinker nicht und ich muss immer den Arm raushalten, wenn ich abbiegen will tja, Qualität in Paraguay, eben!
Zu Marias Schule hubbelt man dann noch durch so nen Stein-Schlammweg der nur aus Schlaglöchern bestehen zu scheint aber das macht schon wieder Spass, anstrengender finde ich die großen Hauptstraßen. Oder die angeblichen Kreuzungen wo das dickere Auto Vorfahrt hat oder man warten muss bis kein Auto mehr kommt… ich übe mich in Geduld!
Ist sowieso alle ein bisschen unlogisch hier. Die Linksspur wenn es zwei gibt ist natürlich die für die „schnelleren“ Autos, also Klapperkisten und Busse rechts, aber es gibt keine Linksabbiegespuren. Das heißt es bleibt links manchmal mittendrin ein Auto stehen und muss natürlich beim abbiegen warten und entweder man eröffnet ne dritte Spur zwischen der rechten und Linken, überholt rechts (alles ganz locker) oder … wartet mal wieder ab.
An den Ampelkreuzungen wird dir versucht dir alles zu verkaufen (Hüte, Handyhüllen, Melonen, Scheibe waschen etc.) und bei einer Kreuzung wo es zu Marias Schule geht werde ich schon von diesen Menschen begrüßt (ach, die schon wieder!) und neulich kam einer und meinte: „Hey ich weiß wo du wohnst ich wohne auch in deinem Viertel“ (ach!) – freundlicherweise hat er mir am Fußballtagspiel dann eine paraguayische Fahne geschenkt!
Ist aber auch nervig manchmal.

Studivz:
Tja, das Stichwort wundert euch vielleicht ein bisschen – wer hätte gedacht, dass dieses Portal einem mal ernsthaft nützlich werden könnte :D
Habe sie durch eine „Paraguay-Gruppe“ kennen gelernt, und sie wohnt hier in der Nähe, also auch in Asuncion und arbeitet bei einem ziemlich großen Straßenkinderprojekt von Don Bosco mit. Durch sie oder dank ihr habe ich hier schon einige supernette Leute kennen gelernt!
Wir haben uns vor 2 Wochen zum ersten Mal in der Stadt verabredet und sie hat noch nen andere Voluntär (Leo) mitgebracht, der wiederum mit dem BDKJ hier ist und wie ich vor ein paar Tagen herausgefunden habe die Julia über irgendwelche Camps in Deutschland flüchtig kennt. Jaja die Welt ist einfach ein Dorf!
Mit den Beiden plus Anhängsel diverser Paraguayer (seehr witzige Menschen) hab ich in letzter Zeit wenn ich frei hatte ziemlich viel unternommen.
Isa hatte neulich Geburtstag und die Party war der Knaller. Wir haben bis um halb sechs gefeiert: die Voluntäre, ein paar paraguayische Erzieher aus ihrem Projekt, ihre Art Gastfamilie und zwei verrückte Typen, die mal später Priester werden - Ja und die meiste Stimmung gemacht haben, sich am meisten besoffen und am meisten getanzt haben…
Naja, wenn die später die Leute in der Kirche auch so mitreißen wir auf der Feier hehe

Am Mittwoch war ich im Stadion und wir haben das Länderspiel Peru gegen Paraguay (Qualifizierungsspiel für die WM 2010) hier im Stadion angeschaut! Genial echt, und als Paraguay dann (obwohl sie scheiße gespielt haben) 1:0 gewonnen haben war die Stimmung natürlich HAMMER!
Das Stadion war voll mit Paraguayos und (seht her das Foto!) ganz abgeschirmt von der Polizei ganze 6 Peruaner.. das sah witzig aus!

Stadtleben:

In Asunción finde ich mich schon ganz gut zurecht, und die Colectivo-Busse fühlen sich schon fast wie ein zweites Zuhause an nachdem ich mich einmal mit Shirley voll verfahren habe (und sie mir aber auch nicht mitgeteilt hat, dass sie die Gegend wo wir durchgetuckert sind noch nie gesehen hat), und trotzdem wieder Heim gefunden habe, bin ich zuversichtlich!
Bushaltestellen direkt gibt es hier nicht, man winkt den Bus einfach ab, in den man einsteigen will. Nachteil: man weiß nicht soo genau, wo welche Busse fahren und wenn man den Ort nicht kennt, wo man aussteigen will ist ein Quäntchen Glück schon von Nutzen…
Im Zentrum gibt es einen sehr großen Markt, auf dem man wirklich ALLES bekommt, typisch lateinamerikanisch eben. Es gibt einige sehr schöne Parks und Plätzchen und zwischendrin extrem hässliche, leerstehende Hochhäuser.
Krass ist, dass der neue Regierungspalast direkt neben dem nächsten Armenviertel am Fluss steht.

Essen:
Julia kocht sehr gut, sie macht das Beste draus.. die Paraguayer sind eher ein fades Völkchen also nich so mit scharf aber das Fleisch ist gut hier gibt es einen Mix aus europäischer Küche und von hier. In die mit Fleisch gefüllten Empanadas kann ich mich reinsetzen, und auch „Sopa Paraguaya“ (Maismehlauflauf) oder Chipas (Brötchen aus Maismehl) sind nicht zu verachten. Kuchen können sie leider überhaupt nicht machen, sie schmecken meistens pappsüß und ziemlich künstlich
Gut zunehmen kann man hier aber einwandfrei hehe


Muy bien, soviel von mir… ach ja, zu eurer hoffentlich großen Freude habe ich noch ein paar neue Fotos hochgeladen.
Über Deutschland-News freue ich mich natürlich immer!

Ciao,

Mbaretê, icatú! (fuerza, se puede! Auf guaraní, der Ursprache hier)

Rahel

21.10.08 18:07


FOTOS FOTOS FOTOS

Auf meinem neuen Fotolink links bei den anderen Links habe ich es geschafft ein paar erste Fotos hochzuladen!

Weitere folgen..!
29.9.08 23:21


24. September 2008

Hallo alle zusammen!

Eine Woche ist jetzt schon vorbei, seit ich hier in Paraguay gelandet bin und ich habe seither einige erste Eindrücke von Land und Leuten gesammelt… (die zählen ja immer :D)

Ich wohne ja mit in einem Kinderheim, es erscheint mir jedoch mehr wie eine große, zusammengewürfelte Familie, die versucht hier ihren Alltag erfolgreich zu meistern!

Sie besteht aus Julia und Matthias, sie sind auch Deutsche und erst seit Dezember letzten Jahres hier in Paraguay und zwei sehr liebe, angenehme, nette und humorvolle Menschen und ich komme bis jetzt sehr gut mit ihnen aus.

Die Kinder sind alles Mädels, die eine lebendiger als die Andere und auch je nach Vergangenheitsgeschichte ganz unterschiedliche Persönlichkeiten.

Da ist Shirley (13), relativ ruhig und eher schüchtern, und ihre kleine Schwester Ana (10, aber eher gefühlte 5-6), die immer wie ein kleines durchgeknalltes Hühnchen durchs Haus rennt und Energie für 5 Menschen hat.
Außerdem leben hier noch Martha (11) und Maria (12), auch ein Geschwisterpärchen.
Alle gehen auf unterschiedliche Schulen und Shirley hat zusätzlich noch eine Ausbildung bei einem Friseur (oder so was ähnliches) angefangen, man bemerke, dass sie 13 ist!

Ach ja: nicht zu vergessen: unseren Schäferhund Trixie! Total unerzogen wie alle anderen Hunde hier aber ganz lieb, sie muss sich glaub ich auch einiges von den Mädchen gefallen lassen hehe
Bellen kann sie auch ganz gut wenn fremde Menschen am Haus vorbeilaufen, also werden wir hoffentlich nicht überfallen obwohl ich fast das Gefühl hab, falls wirklich jemand einbrechen sollte würde sie eher mit dem Einbrecher spielen als ihm auch nur ein Haar zu krümmen……
Insgesamt hab ich aber das Gefühl, dass es hier ziemlich sicher ist, manche Häusur haben zwar hohe Mauern, aber die Leute sitzen abends noch gemütlich vor ihren Häusern und trinken Mate.
Mate ist für mich als Teetante genau das richtige; das ist so eine seltsame Kräutermischung die immer schluckweise je nach Wetter mit kaltem oder heißem Wasser in einem Holzbecher aufgegossen wird und dann gesellig an jeden weitergereicht wird, der trinken möchte.

Wetter:

Nachts kühlt es hier überraschend stark ab, ich habe auch schon im Fleece gefroren, tagsüber ist es gerade sehr angenehm warm, es hat aber auch schon 2 Tage durchgeregnet und kam dem fiesen Oktoberwetter in D schon sehr nah. Es soll aber richtung Dezember noch unerträglich heiß werden, bis jetzt kann ich mir das ehrlich gesagt noch nicht so vorstellen…

Das Haus ist naja sagen wir mal typisch lateinamerikanisch und es gibt immer was zu renovieren :D jetzt die Tage haben wir das zukünftige Gästezimmer gestrichen, mein Zimmer (inklusive Bad und warmen Wasser – toll!) war schon fertig hergerichtet, als ich gekommen bin.

Mein Job:

Ich helfe hier gerade oder sagen wir bis jetzt überall ein bisschen mit, bringe die Kinder mit zur Schule (schließlich muss ich sie bald selber mit dem Auto hinfahren, bei dem chaotischen Verkehr nicht die leichteste Aufgabe … naja ich werde davon berichten :D), spiele mit ihnen, mache Hausaufgaben, gehe mit ihnen Laufen oder Rollschuh fahren, streiche Zimmer oder was mache, was sonst so anfällt

Stadt:

Ich wohne genau genommen in einem Vorort von Asunción, aber beides geht nahtlos ineinander über und ist für mich nicht zu unterscheiden. Die Stadt ist typisch kunterbunt angestrichen, Pferdewagen wechseln sich mit stinkenden Colectivo-Bussen und schöneren Autos (mich wunderts dass manche überhaupt noch fahren) ab, manche Straßen sind noch nicht mal geteert und es gibt riesige Shoppingmalls. Ansonsten hatte ich bis jetzt noch nicht so viel Zeit, den Stadtkern zu erkunden.
Witzig ist, dass man ziemlich viele deutsche Produkte erwerben kann, wie z.B. „Schmand“

So viel erst Mal von mir, ich werde versuchen bald mal ein paar Fotos hochzuladen, wenn ich wieder ein bisschen Zeit habe…!

Bis demnächst, lasst von euch hören

eure Rahel
24.9.08 19:54


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