PaRAHELguay.. vamos!

  Startseite
  Über...
  Adresse
  Paraguay
  Latinos!
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Katy in Argentinien
   Leo in Paraguay
   FOTOS
   Franzi in Panama
   Julia in Argentinien
   Lea und Anne in LA
   Chrissi und Lukas in Australien
   Tabea in Spanien
   Kreuz des Südens



http://myblog.de/rahelguate

Gratis bloggen bei
myblog.de





November 2008 **mit paraguyischer Gemütlichkeit verfasst**

Viel Neues erlebt und viel zu wenig geschrieben… so irgendwie waren wir doch stehengeblieben?

Ich würde sagen, ich kann daran nahtlos anknüpfen und werde versuchen die Odysee so spannend wie möglich zu gestalten

Am Allerbesten fange ich damit an zu erwähnen wie glücklich (ich mache schon Jauchzer) ich bin, eine deutsche Krankenversicherung zu haben! Klingt komisch, is es aber nicht.
Die Kinder sollten mal wieder zum Zahnarzt gehen und sich durchchecken lassen und zwar in einem sogenannten „Centro de Salud“ (Gesundheitszentrum schimpft sich das Haus, das aussieht wie ein.. Schweinestall??). Das sind öffentliche Anlaufstellen für Leute ohne Versicherung und die Behandlung ist größtenteils auch kostenlos. Der Haken an der Sache ist: die Leute scheinen hier alle viel zu viel Zeit und Null Plan zu haben. Man kommt also erst mal nur, um eine Nummer zu ziehn – genau! Wie an der Fleischtheke, nur ein bisschen unkoordinierter- und eineinhalb Stunden später kommt der Arzt (aber die Nummer muss unbedingt schon davor gezogen werden!) und man muss warten, bis man dran kommt. Die Zahnärztin ist wirklich sehr nett, ich kenne sie mittlerweile auch schon ganz gut! Der Grund dafür ist, dass man pro Behandlung nur ein Zahn behandelt werden darf und da die Kinder leider an mehreren Stellen Karies haben, tigere ich seit Wochen jeden Dienstag und Freitag in meine neue Pilgerstätte.
Extrem aufgefallen sind mir auch dort die wartenden jungen Mütter, die da alle rumhocken! Ich tippe auf ein Alter von 14-15 Jahren…

Mittlerweile ist es hier extrem heiß geworden, und es kühlt leider auch immer selten abends ab, neulich saß ich mit Shirley draußen bei nem „Terere“, es war vielleicht 22 Uhr und noch 37 Grad. Es freut mich immer wieder aufs Neue, wenn die Leute hier verkündigen, dass das ja noch gar nicht der richtige Sommer ist! Naja, ich setze alle meine Karten darauf, dass ich mich schnell dran gewöhne, ansonsten bleibt mir dann noch der Platz in der Dusche oder der Gartenschlauch
Durch die Wetterverhältnisse spürt man, oder zumindest ich, von „Weihnachten“ leider herzlich wenig bis auf ner Menge Kitsch und ein paar beleuchteter Palmen…

Besuch und auf und davon:

Vor ein paar Wochen hatte ich die Ehre Besuch von Julia und Katy aus Argentinien zu empfangen, und der Rückbesuch wird wahrscheinlich noch im Dezember stattfinden, weil ich wegen meinem Visum auf jeden Fall ausreisen muss und dass dann schön verbinden werde! Wir hatten hier ein par sehr schöne Tage, sind durch Asunción gestreift, waren in einem wunderschönen Cafe direkt vor dem Nationalpalast und haben es uns gut gehen lassen.
Außerdem war ich mit Lea und Anne (siehe Blogliste) Anfang November für ein paar Tage im Chaco im Norden Paraguays. Das war ein sehr interessantes und krasses Erlebnis. Der Chaco an sich ist eine sehr trockene und fast wüstenartige Region und es gibt dort (fast) nichts bis auf ein paar Sträucher, Kakteen, jede Menge Rinder… und Mennonitenkolonien.
Sie sind vor 80 Jahren aus Russland geflüchtet und kamen ursprünglich aus Holland/Deutschland und haben Zuflucht in Kanada und Paraguay gefunden. Zu jener Zeit war der Chaco nur von Indianern besiedelt und sie mussten sich alles neu aufbauen. Heute produzieren sie einen großen Teil der Milch für Paraguay und haben wirtschaftlich – so sagt man- die Fäden in der Hand. Alle Paraguayer sagen, sie wären so fleißig und würden so viel arbeiten hihi, man könnte es auch andersrum auslegen :D

Die Kolonien sind krass, ein echter Saat im Staat: lauter blonde, große Menschen fahren mit den Fahrrädern durch die Gegend, es gibt einen deutschen Bücherladen und alle Mennoniten sprechen Platt- und normales Deutsch, da sie es auch noch in den Privatschulen lernen. Die Kolonien haben eigene Versicherungen, ein Top ausgestattetes Krankenhaus, Apotheke, gute Straßen usw.
Wir hatten eine sehr nette Begegnung mit der Chefin vom Hotel, wo wir übernachtet waren, und alle waren insgesamt total freundlich und zuvorkommend. Für die meisten Mennoniten arbeiten irgendwelche Indianer und im Gegenzug bekommen sie die Versicherung der Menonniten, Hilfe im Aufbau bei ihren Häusern und wurden von ihnen evangelisiert. Was man auch so gesehn hat, sah das nicht so nach einem Ausbeuteschema aus. Leider hatten wir nur 2 Tage Zeit, und doch haben wir eine Menge gesehen, wir waren in einem Museum von dort, auf einer Rinderfarm und haben die Kolonien zu Fuß erkundigt (Die Hauptstraße heißt Avenida Hindenburg :D)
***Danke Lea für die tolle Zeit, obwohl wir uns am Schluss leider nicht mehr gesehen haben!***

Letzte Woche war ich mit zwei anderen Volontären hier in Asunción in dem Armenviertel direkt an der Müllkippe und wir haben an einer Essensausgabe von den Jesuiten mitgeholfen. Es fällt mir ein bisschen schwer, dieses Erlebnis zu beschreiben.. Bis auf den Gestank wirkte es teilweise schon fast mit einigen grünen Pflanzen idyllisch und de Leute versuchen das Beste draus zu machen, obwohl die Lebensqualität schon sehr schlecht ist. Viele arbeiten eben auf der Müllkippe und suchen Plastikflaschen, die sie weiterverkaufen können und so. Die Müllkippe ist riesengroß und dass auf diese Zone von dem Stadtplan als Wasserlagune eingezeichnet ist, spricht für sich.
Ich würde dort gerne mal noch öfter mithelfen, muss mal schauen, was sich da ergibt.. es ist eben nicht so einfach, weil ich denke, dass es sinnvoll ist, sich einem Projekt ganz zu widmen, aber wenn man sieht, wie nötig es dort die Menschen haben…


Alltag:
Die Mädels haben seit dieser Woche für die nächsten drei Monate (!) Ferien, und es ist gerade nicht so stressig, weil man sich nicht mehr um die ganzen Schulfahrten kümmern muss! Wir streichen gerade das Zimmer von Ana und Shirley, das furchtbar aussah und es mal dringend nötig hatte! Ansonsten wollen wir mit den Kindern auch mal ein paar Tagesausflüge machen, und ich spiele, bastle und male gerade einiges mit den Kindern, ansonsten gibt es auch immer was zu tun.. Mittlerweile ist Gott sei dank das Moskitonetz für mein Zimmer fertig gebaut!! Eigentlich möchte ich ja nicht mit Denguefieber hier im Krankenhaus landen…

Dieses Wochenende war ich alleine mit Shirley, weil die anderen Beiden auf einem Camp von der Kirche waren und Julia und Matthias an die Iguazuwasserfälle gefahren sind. Ich hatte hier eine gute Zeit mit den Beiden, wir waren in der Kirche, haben zusammen gekocht und gechillt bei nem eiskalten Terere- wie schon erwähnt bei diesen Temperaturen ein lebensnotweniges Utensil.
Beim Blumen gießen haben wir uns mehr selber als die Pflanzen gegossen und unser geiler Hund Trixie hat immer versucht den Wasserstrahl zu fangen.. seeehr amüsant! Wir hatten alle unseren Spaß…
Im Großen und Ganzen klappt es gut mit den Kindern, es ist oft schwierig sich auch mit ihnen auseinanderzusetzen und sehr oft nervenauftreibend aber man lernt sie schon auch einfach zu lieben! Ich denke schon, dass es eine sehr große Bereicherung für mich ist, nicht nur in Sachen Geduld…

Neuerdings mache ich (endlich!!) immer samstags einen Portugiesisch-Kurs und es macht mir total viel Spaß! Die Lehrerin ist Brasilianerin und obwohl ich das Gefühl habe, dass ich mir noch die Zunge beim Reden verdrehe weil die im Portugiesischen schon so ein paar komische Buchstaben haben, ist es wirklich eine tolle Sache!

Freunde:
Ich habe hier schon sehr nette Leute gefunden, darunter ein paar Paraguayer und die Üblichen Verdächtigen –Isa und andere Volontäre- und wir unternehmen öfter was gemeinsam und gehen abends weg und es ist toll, sich einfach auszutauschen zu können und Spaß zu haben :D
Wir haben neulich hier einer paraguayischen befreundeten Familie deutsch gekocht, ich habe den Apfelkuchen gesponsert und danach haben wir noch ein schönes Bierchen getrunken..

Ach ja, zum Schluss noch ein Beispiel paraguayischen Wahnsinns und Unfähigkeit hahaaha

Irgendwie konnte uns keiner mehr auf unserem Telefon erreichen, also haben wir bei der Telefongesellschaft angerufen, die uns dann mitgeteilt hat, dass wegen technischer Ungereimtheiten unsere Nummer geändert wurde. Aber das wurde ja in der Zeitung annonciert, warum wir das denn nicht mitbekommen hätten???

Naja, meine neue Hausnummer: 00595 21535200 :D

Nun lass von euch hören!

Eure Rahel

P.s. Fotos sind hochgeladen!
3.12.08 03:02
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung