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Dezember 2008

Kurze Momentaufnahme:
(Das Centro de Salud verfolgt mich immer noch… oder verfolge ich es??)

Die pure Ironie: 5 ÄRZTE sitzen auf der Bank vor dem Krankenhaus, vier weitere Personen hängen im Sekretariat ab – wohlgemerkt mit laufender Musik und scheinbar amüsanten Gesprächsthemen- während sich -mich eingeschlossen- eine Schlange von ca. 20 Frauen, schwanger oder mit Kleinkind, ansammelt um eine Nummer zu ziehen.
Indes erscheint mit gehöriger Verspätung ein genervter Beamter, scheinbar der einzige Herr im Chaos der Karteikarten. Eine Frau vor mir teilt ihm ihre Karteikartennummer mit, und es passiert das schier Undenkbare:

Er findet die Karteikarte nicht.

Aber das ist ja kein Problem, man kann ja eine neue erstellen!! (Anm. d. Red. Nur das Genie beherrscht das Chaos)


So, ich würde gerne meinen Gruß aus der Ferne mit einer kleinen Diskussion beginnen, die bei uns vor ein paar Tagen am Tisch aufkam:

Stand das Haus, in dem wir wohnen, schon zu Zeiten von Adam und Eva?

Eins der Mädels ist der festen Überzeugung, die sie mit einem „Clarooooo que siiiiiiiiii“ laut kund tut.
Bis…
……. die Schwester sie eines Besseren belehrt: Ach quatsch, zu der Zeit war doch alles ein großer Garten!

:D

Der Monat Dezember hat mir wieder einige ereignisvolle Tage beschert, und obwohl die herkömmliche Weihnachtsstimmung eher karg ausfiel (ein paar verkrüppelte Plastikweihnachtsbäumchen, einige Lichterketten und jede Menge Kitsch), kehrt eeeeendlich ein bisschen Weihnachtsstimmung ein!
Wir haben das Haus ein bisschen geschmückt, und obwohl die Temperaturen meistens nicht mehr unter 30 Grad bleiben, und mancher europäische Weihnachsbrauch etwas lächerlich erscheint, hat sich hier eine schöne Stimmung ausgebreitet.

Am 13. Dezember
hatte ich die Möglichkeit bei einer Geschenkekarawane mitzufahren, die über Wochen gesammelte und gespendete Geschenke von Firmen und Privatleuten an die verschiedenen Kinderheime in ganz Asunción verteilt. Es war sehr interessant, hier einmal in andere Kinderheime reinzuschauen und vielleicht auch festzustellen, dass es unserem Heim hier sehr gut geht. Die meisten Heime waren auch auf ihre Art schön, aber, naja… paraguayisch eben. Weiß nicht so genau, wie ich es anders sagen soll.
Trotz schier unerträglichen Temperaturen haben sich sogar ein paar Leute der Aktion in ein Weihnachtsmann-Outfit gezwängt, es soll ja schließlich schon professionell und authentisch rüberkommen!
Die meisten Kinder waren kleiner, und es gab total süße Gesichter mit dabei, und wie sich einige über die Geschenke gefreut haben! Das war ein sehr schönes Erlebnis.
Als kleine Erinnerung habe ich mir dann noch einen netten Sonnenbrand mitgenommen (selber Schuld auf dem offenen Pick-Up)


Reisen:

Da ich alle 3 Monate mein Visum erneuern muss, hatte ich Mitte Dezember die großartige Gelegenheit ins Nachbarland auszureisen. In Paraguay macht man sich immer über den spanischen Akzent der Argentinier lustig, und ansonsten sind sie auch nicht so beliebt hier, weil sie anscheinend ziemlich arrogant sind.
Tja, vor meiner Ausreise wusste ich leider nicht viel mehr über dieses Land und ich bin absolut bereit, diese Vorurteile zu widerlegen! Das Land ist wunderbar und atemberaubend schön!
Aber mal von vorne: Los gings mit Isa zusammen von Asunción zur Grenze, wo wir erst mal äußert unfreundlich ausgewiesen wurden: „ 72 horas fuera de Paraguay!!!“ (72 Stunde raus aus Paraguay!..) Man ist das von Europa mit Grenzproblemen ja nicht mehr so gewöhnt.
In Argentinien ging es dann mit einem relativ komfortablen Reisebus ca. 17 Stunden in den Nordwesten nach Jujuy zu Julia und Katy!
Unsere erste witzige Begegnung mit dem wirklich amüsanten aber irgendwie goldigem Akzent der Argentinier, waren zwei Polizen, die unseren Pass kontrollieren wollten.
Es hatte gerade angefangen zu regnen und sie meinten „mucha lluvia“ (viel Regen) und wir verstanden „mucha rubia“ (viele Blonde, eher einer Anmache nahe) bis wir nach 10 Minuten nachsinnen hinter die wahre Bedeutung kamen. (ersteres )


Nach ungefähr 17 Stunden Fahrt und 4 lautstarken Filmen, wobei die Filmauswahl mit jedem Film geschmackloser wurde (für die Rückfahrt haben wir uns dann was anderes einfallen lassen Stichwort: Weltverbesserer) kamen wir endlich in Jujuy an – was für eine angenehme frische Brise wehte um meine Nase, als ich den Bus verließ!
Eigentlich regnet es gerade dort in der Sommerzeit – also jetzt- ziemlich viel, aber wir hatten natürlich aus Asunción die Sonne im Gepäck!


Argentinien ist schon weitaus mehr entwickelt, als andere Länder in Südamerika (besonders im Vergleich zu Paraguay): man fühlt sich teilweise schon fast wie in Europa.
Jujuy hatte eine schöne Fußgängerzone, einen genialen Buchladen, gepflegte und renovierte Kolonialgebäude und Kirchen und nicht alle fünf Meter riesengroße Schlaglöcher in der Straße. Man hat einfach das Gefühl, dass (obwohl sicher auch noch viel Armut existiert) hier der Funken „Kultur“ übergesprungen ist, so was vermisst man schon mal in Paraguay. (Leider!)
Hier zeigt sich die beste Seite Lateinamerikas: buntes, reges, fröhliches Treiben in gepflegtem Ambiente.
Genug dazu, eigentlich möchte ich nicht später für Reisekataloge schreiben müssen, ich versuche nur meine Gefühlsregungen möglichst anschaulich darzulegen.
Ähm ja, Themawechsel:
Dankbarerweise wurden wir bei Julia im Studentinnenheim einquartiert und haben dort gleich die ungefähr 22-fache argentinische Frauenpower kennen gelernt.

Jujuy und Umgebung:
Der Nordwesten Argentiniens hat ein faszinierendes und wunderschönes Stück Natur zu bieten, und das obwohl es extrem karg ist und hier eigentlich außer Kakteen nicht so viel wächst. Gemeinsam haben wir die Gegend erkundet, waren in dem kleinen Bergdörfchen (so stelle ich mir die Anden vor, sind sie wohl aber noch nicht ) Purmamarca, das von Bergen umgeben ist, die je nachdem wie die Sonne draufscheint, in allen erdenklichen Farben aufleuchten.
Das Dörfchen lebt vom Verkauf von farbenfrohen Stoffsachen aller Art, die aber weniger argentinischen Ursprung haben, sondern eher aus Bolivien herkommen, aber trotzdem zum Flair des Dorfs passen.
Mit einem Führer sind wir dann von dort aus weiter Richtung chilenische Grenze gefahren, und zwar zu einer Art Salzwüste, die mit ihrer Weite einfach nur überwältigend wirkt.
Ganz zu schweigen von der Fahrt an sich, die uns bis über 4000 Meter hoch durch die Berge führte und fast schon unwirklich schöne Blicke trotz karger Landschaft freigab.

Den anderen Tag haben wir für einen Stadtausflug nach Salta genutzt, und das erste Stichwort, das mir dazu einfällt: C&A!!! Nein, nicht, dass ich shoppingsüchtig wäre, diese Ader verkümmert bei mir nur leider etwas im geliebten Paraguay, da dort meiner Meinung nach nicht die beste Ware importiert wird.. oder die Menschen einfach einen extrem schlechten Geschmack haben.
Ja, seht her, so schnell kann man mich in der Ferne glücklich machen :D natürlich gab es außer dieser angenehmen Überraschung auch noch einige andere Dinge zu sehen: eine gut erhaltene Innenstadt mit wunderschönen Gebäuden, einen schönen Park und einen tollen Aussichtsberg, den man mit einer Gondel (made ein Switzerland) hochfahren konnte.
Laufen konnte man auch, aber man muss ja verhindern total abgemagert wieder in Paraguay anzukommen
Abends hatten wir die Möglichkeit mit Julia in ihrem Projekt einen tollen Geburtstag von ihrer Chefin mit zu feiern, das heißt: Essen Tanzen!
Julia arbeitet direkt neben dem Studentenheim in einem Projekt für junge Mütter, die mit ihren kleinen Kindern für eine Zeit dort wohnen dürfen. Die Vergangenheitsgeschichten sind auch hier oft erschütternd oder traurig.
Geschockt hat mich ein bisschen, dass die Jüngste mit 11 Jahren ihr Kind bekommen hat.

Rückweg:
Leider haben Isa und ich durch die Fahrt einige Verluste zu melden (abgefärbte Verpeiltheit??): eine tolle Tereré-Termo aus Leder (und das obwohl wir schon auf der Straße angesprochen wurden, wo man dieses Prachtstück denn kaufen kann – man kann stolz auf Paraguay sein:D), einen Silberring und eine Bibel.
Ach und nicht zu vergessen, die Weltverbesserergeschichte:
Den Film, den wir dem Busfahrer angeboten haben, um nach zwei furchtbaren Filmen auf der Rückfahrt Schlimmeres zu vermeiden, haben wir auch gleich im Bus gelassen.
Tja und wenn man nicht dringend darum bittet, bekommt man natürlich nichts zurück..
Auf der Rückfahrt haben wir noch mal Bekanntschaft mit argentinische Polizisten gemacht: wir wurden mittendrin angehalten, all mussten aus dem Bus aussteigen samt Taschen und das ganze Gepäck musste ausgeladen werden und wurde durchsucht. Ich meine den Busfahrer nacher geflucht haben zu hören…

Kinderheim: (wo ich ja durchaus die meiste Zeit verbinge..)
Mit den Mädels meister ich den Ferienalltag immer wieder aufs Neue, und es macht mir meistens (außer Zicken oder sonstige „Ausfälle“) großen Spaß.
Manchmal ist es wirklich nicht so einfach, ich bete oft für viiiel Geduld, aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben…!
Wir machen auch am Wochenende manchmal Ausflüge, zum Beispiel an den Rio Paraguay hier in der Stadt, in den ich aber nicht mehr reingehe, seit ich in dem Armenviertel war und gesehen habe, was da so alles reingeschwemmt wird.
Hier in Asunción gibt es auch einen Aussichtsberg, die scheinbar einzigste Erhebung hier weit und breit und man kann dort toll den Sonnenuntergang genießen.
Nebenbei renovieren wir ein bisschen das Haus und haben neulich das Zimmer von Ana und Shirley gestrichen.
Zwischendrin bleibt auch noch gut Zeit sich hinzusetzen und die Hitze über sich ergehen zu lassen, auch wenn es die deutsche Mentalität einem schwer macht eine ganz paraguayische Siesta von mittags zwölf bis abends fünf einzulegen.. :D

Weihnachten:

Der 24.12 war hier ein total schöner Tag: wir haben erst noch aufgeräumt und das Haus hergerichtet und ich habe zusammen mit den Mädels ein paar Sachen zum Vorführen eingeübt: ein Gedicht, einen Tanz und ein kleines Theaterstück. Eigentlich schenkt man sich hier erst Geschenke am 6. Januar, aber da wir ja ein deutsch-paraguayischer Haushalt sind, haben wir auch ein bisschen die deutsche Kultur mit ins Programm aufgenommen!
Ein bisschen Singen, die Weihnachtsgeschichte lesen und ein paar Geschenke verteilen!
Wie sehr man sich hier über ein paar tolle Süßigkeiten freut!!
Abends haben wir zusammen mit einer paraguayischen befreundetet Familie ganz traditionell den Grill angeschmissen und uns die Bäuche voll gehauen.
Nachts wird hier wie an Silverster geböllert, für so was gibt man hier scheinbar auch gerne Geld aus und ausnahmsweise können es da die Leute hier (oder wahrscheinlich eher die Kids) kaum erwarten bis es Mitternacht ist, es knallt nämlich schon vorher andauernd und überall. Dafür hört der Spuk dann schon um Zehn nach Zwölf auf, weil – meinen Spekulationen nach- die Böller leer sind.
Später sind dann noch ich und mein voller Bauch und ein paar Freunde in die Disko, um die besondere Gunst der Stunde zu nutzen und es anderen paraguayischen Jugendlichen gleich zu tun. Schön wars!

Tja, da ich es ja mit meinem Eintrag knapp an Weihnachten vorbeigeschlittert bin, wünsche ich euch ein tolles Silvester und ein ereignisreiches Jahr 2009! In ein paar Tagen kann ich also sagen, dass wir uns dieses Jahr wiedersehen. Ja, die Zeit vergeht und wir werden alle nicht jünger.

Die üblichen, nach Bewerbung klingenden Schlusssätze im Bezug auf Kontakt und Berichterstattung spare ich mir dieses Mal, ihr wisst ja über was ich mich freue


Das Allerbeste für euch!

Rahel
27.12.08 20:57
 


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